Forschungsverbund LOGIN „Lokale und generalisierte muskuloskelettale Schmerzen: Psychophysiologische Mechanismen und ihre Implikationen für die Behandlung“

Sprecher des Forschungsverbundes: Prof. Dr. med. Wolfgang Eich (Heidelberg)
Koordination: Dr. phil. Dipl.-Psych. Andreas Gerhardt (Heidelberg)

Leiter der Subprojekte:
Prof. Dr. Siegfried Mense (Mannheim, Subprojekt 1), Prof. Dr. Beat Lutz (Mainz, Subprojekt 2), Prof. Dr. Martin Schmelz (Mannheim, Subprojekt 3), Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede (Mannheim, Subprojekt 4), Prof. Dr. Herta Flor (Mannheim, Subprojekt 5), Prof. Dr. Wolfgang Eich (Heidelberg, Subprojekt 6), Prof. Dr. Annette Becker (Marburg, Subprojekt 7)
 
Zusammenfassung:
Etwa jeder vierte Mensch leidet in seinem Leben unter chronischen muskuloskelettalen Schmerzen, dem häufigsten Grund für chronische Langzeitschmerzen und körperliche Einschränkungen. Trotz weitreichender Kenntnisse bezüglich Inzidenz, Prävalenz, soziokultureller sowie psychologischer Korrelate etc. sind Behandlungsansätze chronischer Schmerzen oft unspezifisch und nur bedingt erfolgreich. Dies könnte dadurch bedingt sein, dass aufgrund einer nicht ausreichenden Kenntnis der pathophysiologischen Mechanismen und ihrer Korrelate keine Entwicklung spezifischer mechanismen-basierter Therapien möglich ist.

Daher haben sich Wissenschaftler aus verschiedenen Forschungsbereichen zum Forschungsverbund LOGIN (Localized and Generalized Muskuloskeletal Pain: Psychobiological Mechanisms and Implications  for Treatment) zusammengeschlossen, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Ziel des Forschungsverbundes ist ein besseres Verständnis der pathophysiologischen Mechanismen chronischer Schmerzen zur Entwicklung einer mechanismen-basierten Subgruppenklassifikation von chronischen Schmerzpatienten. Dies würde es ermöglichen neue spezifische pharmakologische und nicht-pharmakologische Behandlungsansätze zu entwickeln und Schmerzpatienten somit langfristig besser helfen zu können.

Der Forschungsverbund LOGIN besteht aus sieben Subprojekten mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Subprojekt 1 (S. Mense, Mannheim): Entwicklung eines tierexperimentellen Schmerzmodells, in dem neurobiologische Mechanismen der Schmerzausbreitung bei chronischen Rückenschmerzen identifiziert werden sollen.
  • Subprojekt 2 (B. Lutz, Mainz): Rolle des Endocannabinoiden Systems bei der Interaktion von chronischen Schmerzen und psychischer Komorbidität; Tiermodell.
  • Subprojekt 3 (M. Schmelz, Mannheim): Entwicklung eines Human-Modells für chronische Sensibilisierung, in dem die Mechanismen der Sensibilisierung durch Nervenwachstumsfaktor untersucht werden.
  • Subprojekt 4 (R.-D. Treede, Mannheim): Beitrag niederfrequenter Nervenaktivität aus den tiefen Weichgeweben des Rücken (Muskel, Faszie, Haut) zum chronischen Rückenschmerz.
  • Subprojekt 5 (H. Flor, Mannheim): Untersuchung zentraler Korrelate von Bewältigungsstrategien, NGF, dem Endocannabinoiden System und Therapieeffekten.
  • Subprojekt 6 (W. Eich, Heidelberg): Untersuchung psychophysiologischer und neurobiologischer Korrelate chronischer Schmerzen und psychischer Komorbidität unter der besonderen Berücksichtigung psychologischer Trauma.
  • Subprojekt 7 (A. Becker, Marburg): Die Rolle von Risikofaktoren und Ressourcen beim Übergang von lokalisierten zu generalisierten Rückenschmerzen.


Im Rahmen einer zweiten Förderperiode sollen anhand der mechanismen-basierten Subgruppenklassifikation spezifische Behandlungsansätze entwickelt werden.